Wochentext zu Ostern

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen in Bad Wimpfen,


es sind schwere Zeiten, die wir angesichts der Corona-Pandemie gerade erleben. Wohl niemand von uns hätte gedacht, solche Einschränkungen unserer persönlichen und unserer religiösen Freiheit je erfahren zu müssen.
In der Passionswoche und der Osterzeit ist es für uns besonders schwer, auf unsere Gottesdienste verzichten zu müssen. Ja, es schmerzt! Uns fehlt in diesen Tagen das gemeinsame Gedenken an den Tod Jesu Christi, die Fürbitte für unsere Welt – und die Freude über die Auferstehung.

In allen drei großen monotheistischen Religionen stehen in diesen Wochen große Feste an: Ostern, Pessach und Ramadan – Feste, die wir traditionellerweise als religiöse Feste und als Familienfeste feiern. Gleichzeitig sind in allen drei Religionen diese Feste Zeiten der Hoffnung! Sie erinnern an Befreiung und Aufbruch, an den Beginn neuer Zeiten, an persönliche Einkehr und an Wendepunkte in unserer religiösen Geschichte.

Wir Christen gehen mit der Passionswoche und dem Karfreitag durch ein tiefes Tal. Wir kennen das alle aus unserem Leben: es gibt Schwierigkeiten und Nöte, wir blicken auf Katastrophen, Sorgen, Elend und Leid. Das Dunkle nimmt unseren Blick gefangen und setzt sich in unserem Inneren fest.
Manchmal reicht dann schon, wenn die Sonne ganz unvermutet durch die Wolken bricht. Ein Vogel zu singen beginnt, ein Kind lacht, ein freundlicher Gruß uns erreicht, eine wunderschöne Musik erklingt. Und wir merken: Die Welt kann schön sein und das Leben auch, allen Widrigkeiten zum Trotz. Hoffnungszeichen sind es, die dafür sorgen, dass es wieder heller wird und dass ein Leuchten in unser Inneres und in unsere Augen zurückkehrt.
Ein ganz besonderes Hoffnungszeichen setzt das Osterfest. Wenn das Licht am frühen Ostermorgen im Osten den Himmel erstrahlt, dann breitet sich mit der Hoffnung der Auferstehung Jesu auch die Hoffnung unter uns aus, dass das Leben stärker ist als der Tod. Dass wir Zukunft haben. Dass sich die Liebe durchsetzt.
Durch die Botschaft von Ostern soll uns ein Licht aufgehen. Mit den Augen des Herzens schauen wir neu auf unsere Welt. Wir sind eingeladen die Hoffnungszeichen des Lebens zu entdecken, die Gott uns vor Augen stellt.

Wir können zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen weiterentwickeln wird. Aber die Hoffnung, dass wir diese Krise bewältigen, die dürfen wir haben.

In der Hoffnung auf Hoffnung und auf Zukunft mit Ihnen verbunden
grüßt Sie zum Osterfest
Ihre Pfarrerin Dr. Heidi Buch