Evangelische Stadtkirche

 

Die evangelische Stadtkirche in Wimpfen am Berg ist die Hauptkirche der evangelischen Kirchengemeinde Bad Wimpfen. Hier feiern wir unseren Gottesdienst sonntags um 10:00 Uhr, sofern nicht anders angekündigt (siehe auch Aktuelles).

 

Offene Stadtkirche

Der Besuch der Stadtkirche ist bei Gottesdiensten und Konzerten nur zur Teilnahme der Veranstaltung möglich.

 

Offene Stadtkirche: Die Kirche ist für Ihren Besuch von April bis Ende Oktober geöffnet:

  • Freitag, Samstag, Sonntag, Feiertag
    von 10 bis 12 Uhr (Sonntage, Feiertage nach dem Gottesdienst)
    und 14:30 bis 16:30 Uhr (Mai bis September 14 bis 17 Uhr)

sowie im Advent

  • ab dem ersten Advents-Sonntag im Advent jeweils Freitag, Samstag und Sonntag zu besonders angekündigten Zeiten.

In der übrigen Zeit sind Gruppenführungen möglich - bitte im Pfarramt I im Kirschenweg anfragen (unter „Ansprechpartner“).

 

Die offene Stadtkirche wird durch eine große Anzahl Gemeindemitglieder und Interessierte ermöglicht, die ehrenamtlich tätig sind (vgl. "Mitmachen").

Hintergrund und Ansichten

Die Stadtpfarrkirche, ursprünglich St. Maria geweiht, steht westlich der staufischen Kaiserpfalz dem Wahrzeichen Bad Wimpfens gegenüber: dem Blauen Turm. Bei den umfassenden Renovierungsarbeiten zwischen 1964 und 1972 fand sich das Fundament einer älteren einschiffigen Vorgängerkirche, die vom Chor bis zum Kanzelpfeiler reichte. Evangelisch geworden ist sie 1588, nachdem die Mehrzahl der Bürgerschaft dem evangelischen Bekenntnis beigetreten war.

Schaut man vom Blauen Turm her auf die Stadtkirche, fällt die filigrane Ostturmgruppe ins Auge, die nicht so recht zu dem wuchtigen Dach des Langhauses passen will. Sie ist der älteste, noch vorhandene romanische Bauteil, errichtet 300 Jahre vor der Vollendung der spätgotischen Hallenkirche um 1520.

Im Inneren der Kirche empfängt den Besucher zuerst das reich geschmückte Gewölbe der Hallenkirche; dann aber nehmen die Wandbilder der zwölf Apostel den Betrachter gefangen, die ab 1516 entstanden sind und auf deren Podium das Credo fortlaufend zu lesen ist. Wie das wuchtige Wandgemälde des Jüngsten Gerichts an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffs wurden die Apostelbilder um 1870 stark restauriert. Dass der Apostel Philippus das Gesicht Luthers trägt und Matthäus sechs Zehen hat, war Anlass für etliche Legenden.

Zu den Kostbarkeiten der Innenausstattung gehören neben einer gotischen Pieta ein paar besondere Preziosen: da findet sich ein lutherischer Beichtstuhl, ein Christus mit echtem Haar und schwenkbaren Armen (aber das ist eine besondere Geschichte!), vor allem aber zwei wertvolle Altäre von 1500 und 1519.

Ganz nah muss man heranrücken, wenn man in der südlichen Seitenkapelle das bemalte Korporalienkästchen von 1488 oder gar die Medaillons auf dem Messkelch aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts in Augenschein nehmen will. Geschützt hinter Panzerglas, geben sie nur widerstrebend ihre vielseitige Schönheit preis.

Wählt man einen Gottesdienstbesuch, um den Kirchenraum äußerlich und innerlich auf zu nehmen, werden nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren verwöhnt: die Johann-Adam-Ehrlich-Orgel von 1748 ertönt facettenreich mit unverwechselbarem Charakter. Hat man sie zunächst nur gehört, ist man bei einem Gang auf die Empore erstaunt, dass diese zierlich anmutende „Königin der Instrumente“ eine solche Klangfülle hervor zu bringen vermag.

Und wenn man dann noch an einem hohen Feiertag an einer Abendmahlsfeier teilnehmen kann, kommt einem der 700 Jahre alte Messkelch ganz nahe und nimmt einen hinein in die lange Kette von bald dreißig Generationen, in denen er Gemeinschaft gestiftet, Versöhnung bekräftigt und zum Frieden ermutigt hat.

Pfarrer Bernd Göller (im Jahr 2005)